Anja Heinrich | Mitglied des Landtages Brandenburg Direktmandat WK 37
 
















   
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Chronik der Frauenunion
Geschichte der Frauen Union der CDU
„Der wachsende Einfluss der Frauen ist das einzig Beruhigende an unserem politischen Leben.“
(Oscar Wilde)

Die Anfänge (1948 –1957)
„Der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker.“ (Helene Weber)
Die Geschichte der Frauen Union reicht weit zurück. Eingebettet in die Entwicklung der Frauenbewegung in Deutschland finden sich ihre geistigenWurzeln in der bürgerlich-christlichen Frauenbewegung, die im Zuge der allgemeinen Freiheitsbewegung um 1848 entsteht. Nach dem Ende des ZweitenWeltkrieges wollen die Frauen in der CDU selbst für ihre Rechte und politischen Ziele eintreten und gleichzeitig einen Beitrag zur Lösung der großen Aufgaben leisten: zum Wiederaufbau Deutschlands, zur Festigung der Demokratie und zur Sicherung des Friedens. In allen Besatzungszonen zählen Frauen zu den Mitbegründern der christlichdemokratischen Parteien, in denen sie sich in Arbeitsgemeinschaften organisieren. Unter dem Vorsitz von Christine Teusch kommt es 1946 in der britischen Besatzungszone zur ersten überregionalen Vereinigung. Der erste Zusammenschluss der regionalen CDU-Frauenausschüsse auf Bundesebene findet am 1.Mai 1948 statt. An diesem Tag konstituiert sich im Hotel Monopol in Frankfurt die „Frauenarbeitsgemeinschaft der CDU/CSU Deutschlands“. Unter den Teilnehmerinnen sind Helene Weber, Luise Rehling, Margarete Gröwel, Christine Teusch,Maria Probst und Stephy Roeger. Sie sind Vertreterinnen der CDU-Landesverbände und Mitglieder der Frauenausschüsse der amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszone; die CDU-Frauen der sowjetischen Zone sind nicht dabei. Seit der Gründung des SED-gesteuerten Demokratischen Frauenbundes geraten sie zunehmend unter Druck. Vorsitzende der neuen Organisation wird HeleneWeber, die schon damals eine angemessene Beteiligung der Frauen an Ämtern undMandaten fordert: „Lassen Sie mich noch einmal sagen: Würdigt die Frauen! Stellt sie in die Verantwortung, damit sie der Partei auch nützen können.“ Die Frauenarbeitsgemeinschaft setzt sich für die Lösung der Nachkriegsprobleme ein, macht sich für die politische Schulung von Frauen stark und leistet wertvolle Vorarbeit für den Parlamentarischen Rat, dem Helene Weber angehört. Die Stichworte Gleichberechtigung der Frau, Lastenausgleich und Elternrecht markieren einige der Themenschwerpunkte.
Im Oktober 1950 wird die CDU als Bundespartei gegründet, die in ihrem Parteistatut bereits eine angemessene Berücksichtigung der Frauen in allen Parteigremien vorsieht. Auf dem Parteitag der CDU in Karlsruhe am 22./23. September 1951 konstituiert sich unter der Leitung von Margarete Gröwel der „Bundesfrauenausschuss der CDU“ und trennt sich damit organisatorisch von den Frauen der CSU.
Fortan - bis 1969 - wird der Bundesfrauenausschuss und später die Frauenvereinigung aus Gründen des konfessionellen Proporzes von je einer katholischen und einer evangelischen Vorsitzenden geleitet. Zunächst übernehmen Helene Weber als katholische und Maria Eichelbaum als evangelische Vorsitzende das Amt. Die Ziele ihrer Arbeit umreißt Helene Weber so:
„Der Bundesfrauenausschuss sieht seine politische Aufgabe nicht in einer isolierten Arbeit, sondern in dem gemeinsamenWirken von Mann und Frau im Rahmen der Partei. Seine Tätigkeit erstreckt sich auf alle Gebiete des öffentlichen Lebens. Sein Ziel ist die wirksame Unterstützung der großen Ideen unserer Partei: (...)“ Margarete Gröwel legt dieMesslatte noch höher:
„Die Frauen der CDU müssen eine geistige Metropole werden. Möge die Arbeit des Frauenausschusses in alle anderen Ausschüsse hineinstrahlen.“
Im Mittelpunkt der Arbeit des Bundesfrauenausschusses stehen in den 50er Jahren die wirtschaftliche und rechtliche Gleichstellung der Frau, die Korrektur des Lohnsystems, die Reform des Sozialversicherungswesens sowie bereits Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Solidarität mit den „Schwestern“ in der sowjetischen Besatzungszone und deren Unterstützung, beispielsweise durch Briefund Paketaktionen, haben zudem Priorität. Aber auch die Situation der Frauen innerhalb der CDU, ihre geringe Beteiligung an Ämtern und Mandaten und die Verbesserung des Informationsflusses zwischen den CDU-Frauen sind Themen im Bundesfrauenausschuss. Im Januar 1955 erscheint erstmals die Zeitschrift „Frau und Politik“ - ein eigenes Organ der Unionsfrauen.
Bei Vorstandswahlen imMai 1956 wird Helene Weber im Amt bestätigt und Hedwig Jochmus als evangelische Vorsitzende und Nachfolgerin von Margarete Schuckert,die zwei Jahre dem Frauenausschuss vorstand, neu gewonnen. Auf dem Bundesparteitag der CDU in Stuttgart im gleichen Jahr wird die Umbenennung des Bundesfrauenausschusses in „Frauenvereinigung der CDU“ beschlossen, deren Aufbau der Struktur der Partei angepasst wird. Alle weiblichen CDU-Mitglieder werden automatisch Mitglieder der Frauenvereinigung. Auf der Sitzung des Bundesfrauenausschusses am 24./25. November 1956 in Königswinter wird die Satzung der Frauenvereinigung verabschiedet. Die Diskussionen der Unionsfrauen zur Gleichstellung der Frau und zum Familienrecht finden ihren Niederschlag in der Einführung der Witwenrente (1949), im Mutterschutzgesetz (1952), in der Einführung des Kindergeldes (1955) oder im Verbot von Frauenlohngruppen (1957). Aber auch das erste Gleichberechtigungsgesetz von 1957, das u.a. das Letztentscheidungsrecht des Mannes in Familienangelegenheiten und sein Kündigungsrecht gegenüber dem Arbeitgeber der Frau streicht, trägt die Handschrift der CDU-Frauen.
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